Evangelisch-Lutherische Neustädter Marien-Kirchengemeinde

Neustädter Marienkirche 2015

Die Neustädter Marienkirche zählt zu den unübersehbaren Wahrzeichen der Stadt Bielefeld. Die spätromanisch-frühgotische Hallenkirche, deren Bausubstanz weitgehend erhalten ist, wurde 1293 von den Grafen zu Ravensberg gestiftet. Ihr dreijochiger Hoher Chor war gottesdienstlicher Ort des Marienkapitels und Grablege der Grafenfamilie. Die hochwertige Ausstattung bezeugt bis heute die verschiedenen Etappen dieser ehemaligen Stiftskirche, heutigen Pfarrkirche.

Neben den gotischen Tumben (Grabmälern), einem Figurenfries des ehemaligen Lettners stellt der Marienaltar aus dem Jahre 1400 ein Kunstwerk im Rang eines europäischen Kulturerbes dar.  Der Prozess der evangelischen Erneuerung war an Fronleichnam des Jahres 1555 in der Neustädter Marienkirche durch den Reformator Hermann Hamelmann ausgelöst worden. Danach war die Neustädter Marienkirche bis zum Jahre 1810 "Simultankirche", weshalb römisch-katholisches und evangelisch-lutherisches Leben gemeinsam unter dem Dach der Neustädter Marienkirche Platz fanden.

In den Jahren der nationalsozialistischen Diktatur hatte sich die Gemeinde der Bekennenden Kirche angeschlossen.

Die aufstrebenden Doppeltürme im Westen erhielten ihre heutige Gestalt in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts.

Hochwertige Kirchenmusik wird in der Neustädter Marienkirche mit einer Ausstrahlungskraft bis in die Stadt hinein gepflegt. 

Die Ev.-Luth. Neustädter Marien-Kirchengemeinde und die Ev.-Reformierte Gemeinde kooperieren als Bielefelder Innenstadtkirchen im Bereich des gottesdienstlichen Lebens und in der Jugendarbeit,  das Ev. Stadtkantorat verantwortet und gestaltet die Kirchenmusik beider Gemeinden. 

Am 1. Mai 2005 haben sich  die damalige Ev. Luth. Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde und die Neustädter-Marien-Kirchengemeinde zur Ev.-Luth. Neustädter Marien-Kirchengemeinde  vereinigt. Aus ihr war die Paul-Gerhardt Gemeinde 1958 hervorgegangen.

Zur Gemeinde gehören die Ev. Kindertageseinrichtungen Neustadt,  August-Bebel-Straße 217,und  Paul-Gerhardt, Diesterwegstraße 7.

 

 

NACHRUF PASTOR ALFRED MENZEL

Am 20. April dieses Jahres nahm in der Neustädter-Marienkirche eine große Trauergemeinde Abschied von Pastor Alfred Menzel, der nach langem Krebsleiden am 9. April im Alter von 67 Jahren gestorben ist. 

Alfred Menzel wurde 1951 in Unna geboren und wuchs in Dortmund zusammen mit seiner Schwester auf. Das Gymnasium besuchte er auf Internaten in Süddeutschland, da der Vater früh starb und die Mutter das elterliche Geschäft allein führen musste. Er hatte diese Zeit in sehr positiver Erinnerung. Nach dem Abitur studierte er in Münster und Tübingen Theologie, Philosophie und Kulturwissenschaften. Seine Vikariatszeit verbrachte er in Berlin sowohl im Westteil wie auch im Ostteil der Stadt. Diese Jahre haben ihn sehr geprägt. Mit Berlin verband ihn immer eine innige Beziehung.

1984 bewarb er sich auf eine freie Pfarrstelle in der Neustädter-Mariengemeinde Bielefeld und wurde vom Presbyterium gewählt. In Neustadt-Marien wurde er auch ordiniert. Mehr als 32 Jahre, 

bis zu seiner Pensionierung, war er hier Pastor aus Leidenschaft. Er liebte diese Kirche mit ihrer schönen Architektur und der 700jährigen Geschichte, mit dem Marienaltar von 1400 und der Kanzel aus dem 17. Jahrhundert. Die Feier des Gottesdienstes nach lutherischer Tradition und die Predigt waren ihm eine Herzensangelegenheit. Da war er in seinem Element. Pfarrer war nicht einfach sein Beruf, er war PASTOR mit Leib und Seele, mit Herz und Gemüt. Er suchte Kontakt zu den Menschen in der Gemeinde, und darüber hinaus in die "Stadtgesellschaft". Er hatte in Bielefeld ungezählte vielfältige Verbindungen geknüpft. Das Zusammenwirken von Kirche, Kultur und städtischer Gesellschaft war ihm sehr wichtig, und er machte das gut. Seine Teilnahme an der Fronleichnamsprozession der katholischen Mitchristen war ein starkes Zeichen ökumenischer Verbundenheit. 

Während eines USA-Aufenthaltes gelang es ihm 3 der verschollenen Tafeln des Marienaltares zu finden und Bielefelder Bürger zu gewinnen, die für den Wiederkauf spendeten. 

Ebenso hat er sich enorm für den Orgelneubau eingesetzt, indem er auf potenzielle Spender zuging. In dieser Zeit hatte er auch Planungen zur Neugestaltung der Nachkriegsnotverglasung in der Marienkirche vorangetrieben und Entwürfe für den Hohen Chor anfertigen lassen. Um das Orgelneubauprojekt nicht zu behindern, wurde die Idee einer Neuverglasung dann erst einmal nicht weiterverfolgt. 

Die größte Herausforderung, die letztlich zu einer großen persönlichen Belastung für ihn wurde, war die Fusion mit der Paul-Gerhardt-Gemeinde und dem daraus resultierenden Verkauf der Paul-Gerhardt-Kirche an die jüdische Kultusgemeinde. In dieser Zeit hat er viel "einstecken" müssen und seelisch sehr gelitten. Er sah im Kaufwunsch der Kultusgemeinde einen Glücksfall für das Kirchengebäude. So war doch sichergestellt, dass in diesem Raum weiterhin Gottesdienst gefeiert wird und Menschen zum Gott der Bibel beten. 

Auch hat sich Alfred Menzel sehr für den Erhalt und die Sanierung des Gemeindehauses engagiert, wie auch für die Herrichtung der Kindertagesstätte Neustadt. 

Für seinen vielfachen Einsatz in etlichen Projekten der Kirchengemeinde und für seinen seelsorgerlichen und pastoralen Dienst sind ihm viele Menschen dankbar und über den Tod hinaus verbunden. Gerne hätte er noch Zeit in seiner Wohnung mitten in Berlin genießen wollen, er hatte noch so manches vor, das er erleben wollte. 

Nach dem von Superintendentin Regine Burg geleitetem Trauergottesdienst haben Presbyter und Freunde den Sarg von Pastor Menzel aus seiner von ihm so sehr geliebten Neustädter-Marienkirche hinausgetragen. Die Beisetzung erfolgte anschließend auf dem Neuen Zionsfriedhof in Bethel, wo er neben dem Grab seiner Mutter die letzte Ruhestätte gefunden hat. 

Wir dürfen ihn geborgen wissen in Gottes Frieden, wo er schauen darf was er geglaubt und verkündigt hat. 

Für das Presbyterium, Rolf Kriete

 

 

 

 

Das historische Foto

Die Neustädter Marienkirche vor dem Zweiten Weltkrieg.

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Email: Nora.Goebeldontospamme@gowaway.kk-ekvw.de

 

Kirchenmusikerin:

Kirchenmusikdirektorin Ruth M. Seiler

E-Mail: Ruth.Seilerdontospamme@gowaway.kirche-bielefeld.de

Tel.: 0521/175939

 

Küsterin:

Frau Almuth Bury:

Tel.: 0521/60854 o. 68869

Gemeindekonzeption

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Revidierte Fassung vom 17.8.2015

Bericht für die Kreissynode 2017

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