Geleitwort

Bei einem Gang durch Hallen altehrwürdiger Kunstmuseen ziehen mich großformatige Landschaftsgemälde besonders stark an. Ich stelle mir vor, wie es wohl dem Künstler ging, als er Farben und Formen auf der Leinwand festgehalten hat: Als er mit feinem Strich Stein und Baum festhält, kitzelt ihn die Sonne auf der Nasenspitze. Der Wind zerzaust sein Haar mit einer verspielten Böe. Aus den Baumkronen der Umgebung erschallt der vielstimmige Gesang der Vögel. Da hält der Künstler kurz inne, der Pinsel verharrt dicht vor der Leinwand, berührt sie aber nicht. Tief atmet er ein und genießt den Duft des blühenden Flieders. 

All das kann ich nur erahnen, wenn ich vor dem Gemälde stehe, das eine Szene zeigt, die aus der Vergangenheit stammt, aber bis in die Gegenwart anrühren und bewegen kann. 

Ein ähnliches Erleben überkommt mich auch in unserer Marienkirche. Dort ist der Grund aber nicht ein Ölschinken auf einer Leinwand, angebracht an der Wand; es sind die Kirchenfenster. Staunend erblicke ich ein Kunstwerk der ganz besonderen Art. Die eigentlich milchig-weißen Fenster erstrahlen in kräftigen Farben, da ist sattes Grün und verlockendes Blau durchsetzt mit gelb-goldenen Farbtupfern. Jedes Fenster zeigt ein anderes Bild und keins bleibt lange gleich. Während ich langsam durch das Hauptschiff gehe und die Augen nach oben richte, erscheint je um je eine neue Szenerie. Denn sanft wabert das Grün. Das Blau wird hier und da von hellen Bereichen unterbrochen, die Tiefen und Lichter changieren unablässig. 

Gemalt mit Licht sind die Fenster unserer Marienkirche. Anders als ein Gemälde in Öl ist ihr Bild nie gleich. Es verändert sich jederzeit. Augenblicke nur dauert jede Ansicht, zuvor nie da gewesen und wird stets etwas anders sein. Gemalt mit Sonne und Wolken, mit jedem einzelnen Blatt der Baumkronen. An einem unbeständigen Tag erweitern Regentropfen die Farbpalette um grau-blaue Töne. Der Herbst bringt die satten Rottöne, durchsetzt mit Ocker und Braun. Gemalt mit Licht auch nachts, wenn Mond und Sterne funkeln. Eine leere weiße Leinwand gibt es jedenfalls nicht. Das Staunen über die Schönheit der Schöpfung, ihre üppige Vielfalt und ihren lebensspenden Grund besingt der 104. Psalm: 


Lobe den HERRN, meine Seele!

HERR, mein Gott, du bist sehr herrlich;

du bist schön und prächtig geschmückt.

Licht ist dein Kleid, das du anhast.

Du breitest den Himmel aus wie einen Teppich;

du baust deine Gemächer über den Wassern.

HERR, wie sind deine Werke so groß und viel!

Du hast sie alle weise geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter.

Ich will dem HERRN singen mein Leben lang

und meinen Gott loben, solange ich bin.

Mein Reden möge ihm wohlgefallen.

Ich freue mich des HERRN.

Lobe den HERRN, meine Seele! Halleluja!

 

Lobe den HERRN, meine Seele, denn er ist der Künstler, der mit Licht malt und dessen Werke mir überall begegnen. 

 Bleiben Sie behütet!

Ihre Vikarin Heike Stöcklein

Neuer Konfirmandenkurs 2019-2020: Infoabend

Schon jetzt möchten wir auf den Informationsabend für den

Konfirmanden-Kurs 2019- 2020

am Dienstag, 26. Juni 2018, um 18 Uhr

im Gemeindehaus, Papenmarkt 10a aufmerksam machen, der auf die Taufe oder Konfirmation voraussichtlich am Sonntag Jubilate, 3. Mai 2020, vorbereitet.

Jugendliche, die zum neuen Schuljahr in die siebte Klasse kommen und sich für den Konfikurs interessieren, sind mit ihren Eltern herzlich dazu eingeladen.

Fragen vorab können mit Pfarrerin Göbel, Tel.: 91455901, oder Pfarrerin Christel Weber, Tel.: 67905, angesprochen werden.

 

 

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Losung

Das aktuelle Foto

Das Hauptschiff im Frühjahr 2018

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Öffnungszeiten Kirche

Die Marienkirche ist seit Anfang Dezember 2017 in der Regel tagsüber und zu den Gottesdiensten wieder geöffnet.

 

 

 

Trauergottesdienst Alfred Menzel

Hier finden Sie den Text der Ansprache zum Abschied von Pastor Alfred Menzel (1. Korinther 13, 12) von Superintendentin Regine Burg: Download.

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